Ausgangspunkte und Anregungen für AufgabenstellungenDie meisten Aufgaben- / Materialsammlungen sind teuer und schlecht. Erfahrene Lehrerinnen und Lehrer entwickeln deshalb die Aufgaben selbst; so können sie natürlich auch besser auf den Unterricht abgestimmt werden. Geprüft wird die Fähigkeit, das Gelernte zur Problemlösung zu nutzen. Konkret heißt das, dass ein Abschnitt des naturwissenschaftlichen Gedankengangs (Hypothesen, Experiment, Versuchsergebnis, ...) der Ausgangspunkt der Frage ist. Gesucht wird also "Material", das als Grundalge dienen kann. Da man sich Versuchsergebnisse nicht ausdenken kann, muss man sie in der Literatur suchen. Sie sollten graphisch dargestellt sein. Da in Zeitungs- und Zeitschriftenartikeln, Schul- und Lehrbüchern selten der Gedankengang nachvollzogen wird, sondern meist nur das Ergebnis dargestellt wird, kann man keine Passagen direkt übernehmen, sondern sie nur als Anregung nutzen. Man sieht also Bücher jeder Art und Fachzeitschriften durch und sucht nach graphischen Darstellungen, um die man eine Aufgabe "bauen" kann. Etwas aufwendiger ist es, die naturwissenschaftlichen Seiten der Tagespresse (z.B. "Natur und Wissenschaft" der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" oder "Forschung und Technik" in der "Neue Zürcher Zeitung") durchzusehen. Hier findet man Artikel oder kurze Notizen, die Artikel aus Fachzeitschriften (nature, Science, PNAS, ...) wiedergeben. Zwei Beispiele:
Diese beiden Artikel und auch die allermeisten anderen haben zwei Nachteile: Bericht und Erklärung sind miteinander verwoben und graphische Darstellungen fehlen aus Platzmangel (oder mit Rücksicht auf den Leser). Falls die Zeitungsartikel vielversprechend sind, wird man den Originalartikel in der Bibliothek heraussuchen.
In diesem Fall enthielt der Artikel eine graphische Darstellung, die zur Entwicklung einer Aufgabe geeignet war. Zum Glück ist es heute einfach, die winzigkleinen Abbildungen aus "nature" auf eine vernünftige Größe zu bringen. Bei der Aufgabe "Unterschiedliche Lebensformen bei einer Echsenart" wurde darauf verzichtet, sie an den Unterrichtsstoff anzuschließen und einen Reproduktionsteil voranzustellen oder anzuschließen. Diese beiden Aspekte ergeben sich bei der Bearbeitung von selbst. Kopien der Zeitungsartikel kann der Protokollant als "Lösungsskizze" erhalten. |
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August 2004
© B.Bossert