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1. Ein formaler Probelauf im Unterricht vorher wäre sicher hilfreich. Man sollte dabei auch klarmachen, dass Fragen in der Prüfung Hilfen sein sollen - und dann von dem Prüfling auch so aufgenommen werden sollten. Man sollte sich schon bei der Aufgabenstellung überlegen, ob es in der Sammlung (oder sonst) etwas gibt (z.B. Feder, Lupe), was dem Prüfling eine anschauliche Hilfe (aber keine zusätzlich Belastung) sein könnte. Der Aufgabentyp sollte selbstverständlich vorher jahrelang im Unterricht geübt worden sein. Die Aufgabe muss von der Lehrerin / dem Lehrer sorgfältig - immer mit Blick auf den abgelaufenen Unterricht - probegelöst werden. Bei jedem Schritt sind mögliche Schwierigkeiten zu bedenken und korrespondierend dazu muss man sich Hilfsfragen überlegen. 2. Der Schüler / die Schülerin darf am Anfang der Prüfung auswählen, mit welcher Aufgabe er / sie beginnen möchte. 3. Erst reden lassen, damit sich die Nervosität legt - auf kleinere Fehler, falsche Begriffe später zurückkommen. 4. Bei Fehlern, die als Folge in die falsche Richtung führen, muss / sollte man gleich eingreifen - allerdings mit Hilfsfragen, die man sich vorher gründlich überlegt hat: 5. Sind die Fehler grundsätzlicher, gravierender oder ist gar kein Lösungsansatz vorhanden, so könnte in der Prüfung eine Zusatzfrage nach den Grundlagen (Reproduktionsanteil), die für die Interpretation notwendig sind, gestellt werden und dem Prüfling auf diese Weise geholfen werden. Vielleicht kann die Anregung so noch zu der Lösung führen, weil der Prüfling das Problem vorher nicht mit diesem Themenfeld in Verbindung gebracht hat. Gelingt es der Schülerin / dem Schüler von einem grundsätzlich falschen Ansatz bei leichten Hinweisen / Hilfen in der Prüfungssituation "die Kurve" zur richtigen Lösung "zu bekommen", so ist das als sehr gute Leistung zu bewerten. 6. Solange noch nicht beide / alle Aufgaben behandelt wurden, sollten weiterführende Zusatzfragen, die nicht zur Hilfe nötig sind, vermieden werden - sie bringen den Prüfling von seiner Konzentration auf die Gedankengänge zur Lösung der gestellten Aufgaben ab. 7. Bei einer Aufgabe, die gar nicht angegangen / bewältigt werden kann, sollte man Hilfen geben - falls es aber recht aussichtslos aussieht, sollte man zu der anderen Aufgabe (wenn noch vorhanden) übergehen, damit der Prüfling hier noch Zeit hat, Leistungen zu erbringen. Zur Not kann man ja immer noch einmal auf die andere Aufgabe zurück kommen. |
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August 2004
© B.Bossert