
Die Schülerinnen und Schüler werden gebeten, das Tafelbild (einheimisches
stehendes Gewässer) in das Heft zu übertragen, sich zu überlegen,
welche Tiere hier leben und die Namen einzutragen. Die Arbeit in einer kleinen
Gruppe ist sinnvoll.



Die Tiernamen werden von einzelnen Schülerinnen oder Schülern vorgelesen und von den anderen ergänzt, falls sie sie noch nicht aufgelistet haben.
Jetzt werden die Gruppen aufgefordert, die Tiere, die Laich oder Kaulquappen fressen, mit einem Sternchen zu versehen. - Die Kinder sind überrascht, wie viele Sternchen sie vergeben und die Frage, wieso es noch Amphibien / Frösche gibt, stellt sich von selbst.
Die Lehrerin bzw. der Lehrer kann jetzt noch auf weitere Gefahren hinweisen: Austrocknung kleiner Gewässer, zu starke Erwärmung / Sauerstoffmangel, zu wenig Nahrung, Befall durch Bakterien oder Schimmelpilze, Einbringen von giftigen Stoffen, ...
Wieso gibt es noch Frösche?
Die Schülerinnen und Schüler geben spontan "viele Eier, viele Nachkommen" als Grund an.
Stimmt das? - Man muss die Tiere bei der Eiablage beobachten. Ökologen haben das untersucht, das Ergebnis wird angeschrieben (aber nicht in das Heft übertragen). Man sollte darauf hinweisen, dass die meisten Tiere keine einheimischen sind.:
| Art | Eizahl |
| Grasfrosch | 3000 |
| Lidblasenfrosch | 500 |
| Rotaugenfrosch | 200 |
| Geburtshelferkröte | 60 |
| Dreifarben-Blattsteiger | 20 |
| Erdbeerfrosch | 5 |
Stimmt! - aber auch nicht!!
Nun steht man vor einer neuen Frage. Wieso gibt es (beispielsweise) noch Erdbeerfrösche?
Neben der Eizahl muss es weitere Unterschiede geben. Man muss die Tiere bei / nach der Eiablage genauer / weiter beobachten.
Das Beobachtungsergebnis wird als kleines Arbeitsblatt (Druckausgabe) ausgeteilt.
| Art | Eizahl | Brutpflege |
| Grasfrosch | 3000 | Eier werden ins Wasser abgelegt; keine weitere Versorgung. |
| Lidblasenfrosch | 500 | Eier werden an den Rand von Tümpeln gelegt; Gallerte wird zu einem Schaumnest geschlagen. |
| Rotaugenfrosch | 200 | Eier werden auf einem Blatt über dem Wasser abgelegt. Larven fallen in das Wasser. |
| Geburtshelferkröte | 60 | Wickelt Laichschnüre um die Hinterbeine und sucht das Wasser erst auf, wenn die Kaulquappen schlüpfen. |
| Dreifarben-Blattsteiger | 20 | Eier werden auf einem Blatt abgelegt. Das Männchen bewacht den Laich und trägt die geschlüpften Larven zum Wasser. |
| Erdbeerfrosch | 5 | Eier werden auf einem Blatt abgelegt und vom Männchen gepflegt. Das Weibchen trägt die Kaulquappen einzeln zu Wasserspeichern von Pflanzen. Dort werden sie gefüttert. |
Im Unterrichtsgespräch geht man die Tabelle Schritt für Schritt durch und diskutiert, welche Räuber / Gefahren geringer werden oder wegfallen.
Der Lidblasenfrosch "spart" 2500 Eier gegenüber dem Grasfrosch und "spart" damit Nahrungsinvestitionen. Die Brutpflege erfordert aber unterschiedlich viel Zeit und Führsorge. Für diese Arbeit muss auch Nahrungsenergie investiert werden. Von den Größenordnungen her wird die folgende Gleichung zutreffen.
Gesamtenergieeinsatz = Nahrungsenergie für Eiproduktion + Energie und Zeit für die Brutpflege = konstant
( K-Strategie, r-Strategie )
Es sollten Abbildungen gezeigt werden. Die obigen Abbildungen gehen über die Beispiele der Tabelle hinaus. Es sollte auf die Kleintümpel der Bromelien des Regenwaldes eingegangen werden.
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Februar 2003
© B.Bossert