Der nachfolgende Artikel ist erschienen in: Praxis der Naturwissenschaften Biologie in der Schule 50 (2001) 3. - S. 19 - 21
Die vorgestellte Unterrichtsstunde ist für eine 9. oder 10. Klasse konzipiert und berücksichtigt ganz unterschiedliche Aspekte:
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Die Steuerung der Spermienbildung1. Zusammenfassung von Untersuchungen der Hodenstruktur
Der Aufklärung der Strukturen folgt die der Funktion. Interpretiere nacheinander die folgenden Versuchsergebnisse (2-4) und entwickle dann in der Zusammenschau einen Regelkreis der Steuerung der Spermienbildung. 2. Die Bedeutung der Hypophyse
3. Die Rolle des Hypothalamus´
4. Die Regulation
Bei manchen Männern ist die Spermienbildung reduziert oder bleibt ganz aus. Welche verschiedenen Ausfallerscheinungen könnten die Ursache sein? 5. Die "Anti-Baby-Spritze"Seit 1987 laufen in Frankreich und einigen anderen Ländern Testreihen bei denen Männer pro Woche 250 mg Testosteron gespritzt bekommen. Überlege, wieso durch diese Maßnahme, die Spermienbildung unterdrückt wird. Da nur die Neubildung unterbunden wird, dauert es u.U. einige Monate bis das Ejakulat frei von Spermien ist. |
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Im Allgemeinen erfolgt die Untersuchung der Struktur auf der einen und der
Funktion auf der anderen Seite zwangsläufig parallel, wenn auch mit vielen
Berührungspunkten und wechselseitigen Beeinflussungen. Untersucht man die
Struktur in Einzelheiten, so erlischt oft die Funktion. Versucht man die Funktionen
aufzuklären, darf man die Strukturen nicht verletzten und der innere Aufbau
bleibt verborgen. Am Ende müssen die beiden Untersuchungsstränge zusammenlaufen
und zu einer Gesamtvorstellung verflochten werden.
In der vorhergehenden Stunde wurde die Struktur aufgeklärt; die Ergebnisse
sind auf der Kopiervorlage skizziert ist. Sie werden jetzt durch die Funktionsaufklärung
ergänzt.
Die Interpretation der Versuche verlangt eine konzentrierte Mitarbeit; deshalb
werden die Ergebnisse erst am Ende festgehalten. Während der Erarbeitungsphase
wird ein Tafelbild entwickelt, das nur zur Unterstützung des Gedankenganges
gedacht ist. Die Ergebnisse werden mit Folie 1 zusammengefasst und von den Schülern
auf die Kopiervorlage übertragen.
Das Verständnis des Regelkreises kann in einer kurzen Diskussionsphase der möglichen Ursachen von Störungen der Spermienbildung überprüft und gefestigt werden. Dabei sollten jeweils Hormonbildung, Sekretion und Rezeptorseite in die Überlegungen einbezogen werden. Bei Vorschlägen von Therapiemöglichkeiten können die Halbwertszeiten berücksichtigt werden.
Mögliche Ursachen von Störungen der Spermienbildung waren das Fehlen
von Hormonen. Jetzt erfahren die Schüler, dass die Spermienbildung auch
unterbleibt, wenn ein Hormon dauerhaft in hoher Konzentration vorhanden ist.
Die Schüler äußern meist spontan ihre persönliche Einstellung
zu dieser Methode der Empfängnisverhütung; dadurch ergibt sich die
Gelegenheit, die Diskussion so zu steuern, dass die unter 1.4 und 1.5 angesprochenen
Aspekte erörtert werden.
Literatur
[1] Gotthard, W.: Hormone - Chemische Botenstoffe. Stuttgart, Jena 1993
[2] König, U.: Jetzt sind die Männer dran. stern 06.06.1991
[3] Lacayo, R.: Are You Man Enough? TIME 24.04.2000
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Januar 2003
© B.Bossert