Methodenlernen

Die folgende Übersicht zeigt wichtige Arbeitstechniken, die man für die erfolgreiche Erarbeitung einer schriftlichen Arbeit oder für das Abfassen eines Vortrags benötigt.

Einzelne Arbeitsschritte können in einer Methodenwoche oder im laufenden Unterricht an konkreten Aufgabenstellungen immer wieder eingeübt werden. Man lernt nicht beim Lesen von Anleitungen, sondern beim Einüben der einzelnen Abschnitte an konkreten Aufgaben. Die Übersicht dient dem Überblick und erlaubt, die momentan durchgeführte Arbeit im größeren Zusammenhang zu sehen.

 

Methodenlernen Übersicht
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Im Überschwang der Begeisterung für Neue Medien und Präsentationstechniken sollte man die folgenden Punkte nicht völlig übersehen.

 

1. Rhetorik

Es steht außer Zweifel, dass eine gute Vortragstechnik wichtig ist.

Blickt man auf den Anfang der Entwicklung und auf die heutige Tagespolitik, sollte man bei Reden kritisch auf Zwischentöne achten.

"Die Sophisten sind in erster Linie Rhetoren und Lehrer der Rhetorik, die ihre Erfindung und zentrale Disziplin ist. Sie haben die natürliche menschliche Fähigkeit des Redens und Überredens zur Kunst ausgebildet, …
Die sophistische Rhetorik ist nur so «logisch», wie es im Hinblick auf das jeweilige Publikum und nicht im Hinblick auf die Sache notwendig ist; sie lässt sich von der Erfahrung leiten, dass in den meisten Fällen - vor allem vor Massenpublikum - nur wenig Logik ausreicht und andere rhetorische Mittel fehlende Logik mehr als kompensieren."

Heinrich Niehues-Pröbsting: Die antike Philosophie, Frankfurt 2004

 

2. Internet

Auch hier sind die Vorteile unstrittig.

Es droht aber vor allem dem Anfänger das "Versinken in der Datenflut". Um eine Entscheidung zu treffen, benötigen wir zuverlässige Daten. Aus allen Informationen müssen aber die relevanten herausgefiltert, mit bekanntem Grundwissen verknüpft und dem Thema entsprechend strukturiert werden. Die Auswahl ist wichtig, nicht die Berücksichtigung vieler Daten.

Die Fülle von Daten und Meinungen kann das eigene Denken und die Intuition hemmen.

 

3. PowerPoint

Für die Projektion von Bildern ist die Software sicher gut geeignet.
PowerPoint als alleiniges und durchgehend eingesetztes Medium ist zur Darstellung komplexer Sachverhalte ungeeignet.

"Die Untersuchungskommission, die zur Aufklärung des Columbia-Unfalls eingerichtet worden ist, weist darauf hin, dass die technischen Probleme, die schließlich zur Explosion der Rakete führten, den Ingenieuren bekannt waren.
...
Statt den Verantwortlichen für das Starten der Rakete die Schwierigkeiten in einem ausformulierten Bericht vorzulegen, wurden per E-mail PowerPoint-Dateien verschickt. Damit waren die komplexen technischen Daten in eine Abfolge von Folien aus zusammenhanglosen Problemlisten verwandelt worden."

Julia Voss: Wie Bilder eine Katastrophe begünstigen, FAZ vom 08.02.2004

PowerPoint legt nahe, Gedankenschritte und Argumente in Listen aufzugliedern und als Folienabfolge zu projizieren. Als Text sind Schlagzeilen und kurze Sätze vorgesehen.

Der Vortrag muss diese Mängel und Gefahren berücksichtigen und ausgleichen. D.h. die gezeigten Folien sind Anschauungsmaterial und Gliederungshilfe für einen Vortrag mit komplexem Inhalt. Derselbe Inhalt darf auf keinen Fall in zwei Formen vermittelt werden, da sonst die Zuhörer dazu neigen, sich nur auf die Folien zu konzentrieren.

 

4. Präsentation als fünftes Prüfungsfach

Die eingesetzten Medien sollen Veranschaulichen und das Verständnis erleichtern und nicht mit vielen Effekten von den Inhalten ablenken oder sie gar ersetzen.

Manchmal hat man sogar bei Fortbildungsveranstaltungen den Eindruck, Methoden und Arbeitstechniken seien Selbstzweck und nicht Mittel zum Zweck.

Bei aller Bedeutung des Methodenlernens - vielleicht ist es eine weitere Maßnahme zur Erhöhung der Abiturientenzahlen. Schülerinnen und Schülern, die bei den Inhalten Schwierigkeiten haben, sollen wenigstens Methoden beigebracht werden. Drohen in einem Fach 0 Punkte, so wählt der Prüfling eine Präsentation an Stelle einer mündlichen Prüfung.

 

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Domäne  Bossert



Oktober 2006
© B.Bossert