Vorschlag für eine Einzelstunde in Jahrgangsstufe 7
Bei Einzellern werden alle Leistungen von einer Zelle erbracht, alle Lebensäußerungen
hängen von ihr ab. Bei Mehrzellern arbeiten viele Zellen und Zelltypen
in einem System zusammen. Leistungen, aber auch Krankheiten können auf
einzelne Organe und ihre Gewebe zurück gehen.
Die beiden folgenden Beispiele kann man am Ende der Einheiten "Zellen und Gewebe" und "Fotosynthese und Zellatmung" besprechen.
Den Schülerinnen und Schülern werden die Gründe mitgeteilt, in einem Tafelbild schematisch festgehalten und veranschaulicht.


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Die beiden Fälle zeigen, wie sich wichtige Reaktionen des ganzen Lebewesens auf Membraneigenschaften einzelner Zellen bzw. Organellen zurückführen lassen.
Dies ist eine geeignete Stelle, über unsere Vorstellung von Lebewesen / vom Menschen nachzudenken und Grenzen der Naturwissenschaften aufzuzeigen.

Teilfunktionen einzelner menschlicher Organe sind bis auf die Ebene der Organellen,
ja der Moleküle erforscht. Veränderungen auf molekularer Ebene können
zu einer Krankheit führen, die den ganzen Menschen beeinflusst. Die Einnahme
eines Medikaments (= Moleküle) kann die Symptome oder gar die Ursachen
beseitigen und der Mensch fühlt sich wieder wohl. - Das ruft die Vorstellung
eines Mechanismus hervor und man kann sich fragen, ob der ganze Mensch eine
Maschine (La Mettrie) ist.
Einerseits erweckt diese Vorstellung starkes Unbehagen; andererseits ist sie
die Voraussetzung der vielfältigen "Reparaturmöglichkeiten".
Es gibt mehrere Vorstellungen:
Hier endet die reine Naturwissenschaft und die Weltanschauung beginnt.
Die Explosion der Raumfähre Challenger (28.01.1986) und das Verglühen der Columbia (01.02.2003) zeigen, dass der Mensch sogar Systeme, die er selbst aus genau bekannten, von ihm konstruierten Teilsystemen zusammengefügt hat, in ihrer Komplexität nicht (völlig) überblickt.
Vom Maschinisten zum Fatalisten ist nur ein kleiner Schritt.
Woody Allen: Ohne Leid kein Freud, München 1979 - S. 83 ff
| Gina: | Wir sehen das Licht, das den Stern vor Millionen vor Jahren verließ. Erst jetzt kommt´s bei uns an. |
| ... | ... |
| Gina: | Soviel wir wissen, verschwand dieser Stern vor Millionen von Jahren, und das Licht hat mit seiner Geschwindigkeit von 300 000 Kilometern pro Sekunde Millionen von Jahren gebraucht, um zu uns zu gelangen. |
| Kleinmann: | Wollen Sie damit sagen, daß der Stern gar nicht mehr da draußen sein könnte? |
| Gina: | Genau. |
| Kleinmann: | Obwohl ich ihn mit eigenen Augen sehe? |
| Gina: | Genau. |
| Kleinmann: | Das ist sehr beängstigend, denn wenn ich etwas mit eigenen Augen sehe, stelle ich mir gerne vor, daß es da ist. Ich meine, wenn das wahr ist, könnten sie alle, wie der da - alle verglüht sein, nur kriegen wir die Nachricht wirklich spät. |
| Gina: | Kleinmann, wer weiß schon, was wirklich ist? |
| Kleinmann: | Wirklich ist, was man anfassen kann. |
| ... | ... |
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updated Februar 2003
© B.Bossert