Den allgemeinen Überlegungen folgen Beispiele als Anregungen

 

Präsentationen

 

Hier ist eine Zusammenarbeit aller Kolleginnen und Kollegen notwendig.

1. Phase

Das Thema kann vorgegeben sein oder kann innerhalb eines Rahmens oder völlig frei ausgewählt werden. Die beiden letzten Fälle verlangen einen Überblick des entsprechenden Gebietes, Überlegungen zu den Auswahlkriterien, die die eigenen Interessen und Fähigkeiten, die möglichen Wünsche der Klasse, den Bezug zum Unterricht und vieles mehr berücksichtigen. So kann die Auswahl des Themas schon eine wesentliche erste Leistung erfordern und eine Übersicht über ein Teilgebiet und seine Vernetzungen ergeben.

2. Phase

Verschiedene Recherchen und die intensive Beschäftigung mit den Ergebnissen führen zu einer Durchdringung des Themengebietes. Die Schülerin / der Schüler hat ein mehr oder weniger umfangreiches / tiefgehendes Spezialwissen erworben. Diese zweite Leistung führt zu einem inneren, virtuellen Produkt, das aber schon zu Stolz und Zufriedenheit führen kann.

3. Phase

Das umfangreiche selbst angeeignete Wissen muss jetzt unter einem anderen Blickwinkel durchdacht werden. Wichtiges muss ausgewählt, Unwichtiges zurückgestellt werden. Jetzt auftretende Unklarheiten / bewusst werdende Lücken führen zu einer Überprüfung der bisherigen eigenen Arbeit. Eine Gliederung wird entworfen. Der Text wird formuliert und durch Materialien attraktiv und verständlich gemacht. Dabei werden wiederum verschiedene Arbeitstechniken benutzt. Das innere, virtuelle Produkt wird zu einem äußeren, realen (dritte Leistung).
Wird das Thema in der Gruppe bearbeitet, sind noch weitere wesentliche Leistungen eingeschlossen. Regeln der Zusammenarbeit müssen beachtet, die Arbeit aufgeteilt und dann zu einem Produkt zusammengefügt werden. Dabei sind Absprachen und nahtloses Einfügen der eigenen Arbeit in das Gesamtergebnis wichtig. Man lernt seine Ansichten zu erläutern und zu vertreten und sieht auch ein, dass man sie manchmal zurückstellen muss. Man lernt seine Stärken und Schwächen kennen und die Vorteile einer Zusammenarbeit schätzen.

4. Phase

Das fertige Produkt wird präsentiert, erläutert, vermittelt. Das "tote" Wissen wird zu einer greifbaren Leistung. Die anderen Schülerinnen und Schüler, die Lehrerin / der Lehrer werden informiert und lernen etwas (vierte Leistung). Die Arbeit und die Schülerin / der Schüler bzw. die Gruppe stehen im Mittelpunkt des Interesses. Die Schülerin / der Schüler sind stolz auf ihre Leistung. Unter Umständen kann die ganze Schulgemeinde Anteil nehmen und es kann auch zu einer Präsentation der Schulleistungen nach außen kommen.


Die vier Phasen führen zu einer Zufriedenheit / Motivation, die aus der sichtbaren Leistung entspringt und dazu, dass die Inhalte und Methoden im Gedächtnis verankert bleiben. Wenn es sich nicht um eine Projektarbeit handelt oder die Phasen 2 und 3 nicht auch einmal außerhalb des eigentlichen Unterrichts stattfinden können, ist es ein sehr zeitintensives Verfahren.

DIE ZEIT vom 12.12.2002 über die Helene-Lange-Schule in Wiesbaden:
Ob Projekt oder traditioneller Unterricht: Nach jeder Einheit überlegen die Schüler, wie sie die Ergebnisse auf Schautafeln, als Inszenierung oder als Broschüre den Eltern und dem Rest der Schule präsentieren.

 

Beispiele

1. Beispiel - Sammelmappen für Tierbilder

Die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen werden gleich zu Beginn des Schuljahres gebeten, neben dem Schnellhefter für den Unterricht einen weiteren anzulegen, in dem sie Tierbilder sammeln. Die Bilder sollen sie aus Zeitungen, Zeitschriften (z.B. Programm-Zeitschriften), Comic-Heften, Faltblättern für Kinder (z.B. aus der Apotheke), usw. ausschneiden und in der Extramappe sammeln.
Im Laufe der ersten Unterrichtswochen werden sie öfter nach ihren Fortschritten gefragt, bevor dann die Mappen von der Lehrerin / dem Lehrer eingesammelt und bewundert werden.
Bei der Rückgabe kann nochmals auf "Ordnen der Vielfalt" aus der Unterrichtseinheit 5.1 "Grundlagen der Naturwissenschaft Biologie" eingegangen werden.
Haben verschiedene Gruppen zusätzlich den Auftrag erhalten, einen Sammelschwerpunkt zu bilden, so leitet das zu einer weiteren Möglichkeit (2.Beispiel) über.

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Yasmin
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Teresa
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Niklas
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Jenny

 

2. Beispiel - Plakat einer Tier-Gattung / -Art

Frau Stephanie Flatau hat mit den Schülerinnen und Schülern einer 5.Klasse (Unterrichtseinheit 5.2 "Das Lebensbild eines Säugetieres") im Unterricht in Gruppenarbeit Plakate angefertigt. Hier kann der Schwerpunkt z.B. auf besonderen Angepasstheiten (Delfine, Fledermäuse) oder auf einem Vergleich (Hase / Kaninchen, Rothirsch / Reh) liegen.

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Känguruh
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Hasen
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Delphine
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Pferde
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Fledermäuse
Klicken Sie auf die Bilder, um sie vergrößert anzusehen.

 

3. Beispiel - "Mein Lieblingstier"

Frau Brigitte Jentzen hatte die Idee, Schülerinnen und Schüler der 5.Klasse (Unterrichtseinheit 5.2 "Das Lebensbild eines Säugetieres") einen kleinen Vortrag über ihr Lieblingstier (kein Haustier) halten zu lassen. Das selbstgewählte Thema nimmt den Kindern die Scheu, ja es gibt sogar einen gewissen Drang, sich den anderen mitzuteilen. Da sie sich mit dem Tier schon beschäftigt haben, ist auch der Arbeitsaufwand nicht zu hoch.
Enge zeitliche Beschränkung. Beratung durch die Lehrerin / den Lehrer sind nötig.

Referate sollen in allen Klassenstufen angeboten werden. Für den Vortrag sollten 10 bis höchstens 15 Minuten festgelegt werden. Am Anfang ist es sinnvoll, wenn kürzere einfache Texte vorgegeben werden. Sie müssen gelesen, verstanden und unter einem bestimmten Gesichtspunkt zusammen gefasst werden. Zum besseren Verständnis kann der Vortrag durch ein Tafelbild, eine Folie, Bildmaterial, usw. ergänzt werden - auch hier sind am Anfang Hinweise nötig. Die Artikel werden dann etwas (!) länger und anspruchsvoller, die Beratung tritt zurück. Am Ende kann das Thema (in Absprache) selbst gewählt und die Quellen selbst recherchiert werden. Auch hier ist im Interesse der Schülerin / des Schülers eine zwanglose, zurückhaltende begleitende Beratung nötig.

4. Beispiel - Tierhaltung

Unterrichtseinheit 6.5 "Haltung und Pflege von Tieren" - 6. Klasse
Die Unterrichtseinheit steht am Ende der Beschäftigung mit Wirbeltieren. Ihre Absicht ist, von dem besonderen Bauplan, den Angepasstheiten, der Funktionsweise der Organe der Vertreter der einzelnen Klassen auf ihre Bedürfnisse und damit die Haltungsbedingungen zu schließen.
Wie bei jedem Thema gibt es auch hier eine Fülle von Möglichkeiten, es zu behandeln. Ein Weg ist der folgende.
Schülerinnen oder Schüler, die zu Hause Fische, einen Vogel oder einen Kleinsäuger im Käfig halten, werden gebeten, über ihre Pflegemaßnahmen zu berichten. Wenn man Glück hat, werden in einem Haushalt vielleicht auch Amphibien oder Reptilien gehalten. Falls darüber nicht referiert werden kann, müssen die Haltungsbedingungen erarbeitet werden.
Am Anfang der Überlegungen könnte die folgende Tabelle stehen, die die Kinder auf Grund ihres bisher erworbenen Wissens ausfüllen können.

Dann können sich die einzelnen Referate anschließen.

Am Ende könnten fünf Abbildungen (Aquarium, Terrarien, Käfige) mit Stichpunkten zur Haltung je eines Vertreters der fünf Wirbeltierklassen stehen.

Wie man von der Lebensweise, den Bedürfnissen der Tiere zu den Haltungsbedingungen kommen kann, soll kurz an dem Beispiel der Fische gezeigt werden.
Viele Aquarienfische stammen aus flachen Bächen der Tropen. An die Tafel wird ein Fisch in einem Fließgewässer skizziert. Das Gewässer versorgt ihn mit Futter und Sauerstoff und trägt die verschiedenen Abfallstoff weg. Nun setzt man das Aquarium so um den Fisch, dass er von Futter und Sauerstoff abgeschnitten ist und die Abfallstoffe im Aquarium angesammelt werden. Den Schülerinnen und Schülern stehen die sich ergebenden Probleme unmittelbar vor Augen. Nun kann überlegt, nachgeschlagen, erfragt, vorgetragen werden, mit welchen Maßnahmen, die Lebensbedingungen im Bach wieder hergestellt werden können.

 

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5. Beispiel - Porträt einer Tiergruppe

Die Präsentation, die unter Beispiel 2 gezeigt wurde, kann inhaltlich und in der Ausführung noch abgewandelt werden. So haben Schüler der 9. Klasse im Wahl-Pflicht-Unterricht sich mit einer größeren Tiergruppe beschäftigt (größere Stofffülle) und ihre Ergebnisse mit dem Computer gestaltet, ausgedruckt und laminiert.

 

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Kopffüßer
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Seesterne

 

6. Beispiel - Hausarbeit

Hausarbeiten sollen in allen Klassenstufen möglich sein. Man verfährt wie bei Referaten (Beispiel 3). Die Leistung sollte, daran gemessen werden, wie die Texte verstanden, umstrukturiert und dargestellt wurden. Der Seitenumfang ist kein Maß, er sollte begrenzt sein.

Das folgende Beispiel stammt von einer Schülerin der Oberstufe. Es bildet vom Umfang her eine Ausnahme.

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Tauchmedizin

7. Beispiel - Projekt

Durchführung und Ergebnisse von Projekten sind für die ganze Schulgemeinde, manchmal für den ganzen Stadtteil interessant. Deshalb wurde nach Abschluss das folgende Projekt im Internet präsentiert.

www.bossert-bcs.de/biologie/niddaprojekt

8. Beispiel - Besondere Lernleistung

Oberstufe

Für die Jahresarbeit / besondere Lernleistung sind die Formen der Präsentation vorgeschrieben.

 

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Tamir
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Alexander

 

9. Beispiel - Jugend forscht

Wenn das Thema geeignet und der Zeitpunkt gerade günstig ist, kann die Jahresarbeit auch bei "Jugend forscht" vorgestellt werden.

 

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Jugend forscht von Alexander

 

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Domäne  Bossert



Januar 2003
© B.Bossert