Im Sachunterricht der Grundschule wurden verschiedene Einzelthemen behandelt, die an der weiterführenden Schule unterschiedlichen Fächern zugeordnet sind. All diesen Fächern ist aber gemeinsam, dass es um „Sachen“ aus der Natur geht.
Wie die Definition von Biologie angibt, beschäftigt man sich im Biologieunterricht mit Lebewesen: Bakterien, Pilzen, Pflanzen, Tieren und dem Menschen. Der Mensch hat viele Gemeinsamkeiten mit anderen Lebewesen; manche Merkmale und Eigenschaften sind bei ihm allerdings in ganz besonderer Weise ausprägt.
Biologen erforschen also noch lebende und auch schon ausgestorbene Lebewesen: die belebte Natur.
Die „restliche“, die unbelebte Natur wird von anderen Wissenschaften und Unterrichtsfächern untersucht.
So wie Biologen Pflanzen- und Tierarten entdecken, benennen und sammeln, so suchen Chemiker nach Stoffen in der Natur (Boden, Luft), benennen und ordnen sie.
Beispiele sind Gold, Sauerstoff und Wasser. Nach dem Wasser musste man nicht lange suchen.
Von allen Substanzen untersuchen sie den genauen Aufbau (Struktur der Materie) und wie die eine Substanz mit einer anderen reagiert und sich beide dadurch verändern. Aus zwei Ausgangsstoffen ist dann ein neuer Stoff entstanden.
Biologen können nur die Lebewesen entdecken, die es schon gibt sie können keine neuen herstellen. Chemikern ist es gelungen viele Stoffe herzustellen (z.B. die Kunststoffe), die es vorher auf der Erde noch nicht gab.
Physiker untersuchen, wie ganz kleine (Zuckerteilchen im Tee) und ganz große Sachen (Mond, Erde, Mars - und auch alle dazwischen und darüber) aufgebaut sind und wie sie sich bewegen. Das hört sich ganz einfach an und trotzdem hat man dabei viele wichtigen Naturgesetze zur Schwerkraft, über den Magnetismus, den elektrischen Strom und vieles andere entdeckt.
Manche Dinge, die Albert Einstein aufgedeckt hat, sind so komplex, dass selbst viele Physiker Verständnisprobleme haben.

„Alles ist relativ!“
Im Gegensatz zu den Physikern, die nur Naturgesetze, die schon da sind, entdecken können, denken sich die Mathematiker all ihren Stoff (Zahlen, Dreiecke, Rechenregeln, …) aus. Die Regeln, die sich Mathematiker überlegen, kann man zwar im täglichen Leben und auch in den Naturwissenschaften zum Rechnen und Berechnen gut brauchen aber sie sind in der Natur nirgends zu finden.
So hatten sich die Römer für ihr tägliches Leben die römische Zahlenschreibweise ausgedacht. Wenn man in diesem Zahlensystem versucht, mehrere größere Zahlen zu addieren, so merkt man, dass das sehr schwierig ist. Dann hat sich jemand vor langer Zeit die 0 erfunden …
Da sich die Mathematiker den Stoff und die Regeln ausgedacht haben, kommt jeder, der den Stoff und Regeln gelernt hat, auch immer zum richtigen Ergebnis.

„Ich hab´s , rief er. Das ist kinderleicht!“
H.M. Enzensberger: Der Zahlenteufel, München 1997
Werfen wir nochmals einen Blick auf die Arbeit der Biologen. Sie entdecken z.B. nicht nur Lebewesen und versuchen sie zu beobachten, zu halten und zu vermehren, sondern sie wollen auch wissen, welche Organe sie besitzen und welche Reaktionen dort ablaufen, wenn das Lebewesen etwas Bestimmtes macht. Dabei stellen sie sich immer neue Fragen:
Die Antworten kann man sich nicht ausdenken man hat aber Vermutungen, wie es sein könnte. Diese Vermutungen kann man mit Versuchen überprüfen. Experimente sind das „Markenzeichen“ aller Naturwissenschaften. Biologen, Chemiker, Physiker, Geologen, Mediziner, … alle führen Versuche durch.
Deshalb ist es in all den Schulfächern auch wichtig, nicht nur zu lernen, was die Naturwissenschaftler herausgefunden haben, sondern auch wie sie das gemacht haben.
Es geht neben dem Wissen auch immer um den Weg, die Entdeckung, das Herausfinden eben das Experimentieren.
Wenn es das große Gebiet des Sachunterrichts gibt, muss es auch einen „Nicht Sachunterricht“ geben.
Diese auf den ersten Blick etwas merkwürdig anmutende Überlegung lässt sich im Englischen ganz einfach beantworten. Im angelsächsischen Bereich nennt man Sachbücher „non fiction“; nicht Sachbücher behandeln „fiction“. Im Deutschen gibt es den Begriff „Fiktion“ für eine freie Erfindung. Das heißt man kann die Kinder- und Jugendbücher in Sachbücher und Erzählliteratur einteilen. Sachbücher handeln von Biologie, Chemie, Physik, Geologie, … und die Romane oder Abenteuerbücher handeln von ausgedachten Geschichten.
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Januar 2008
© B.Bossert