Devenir apte à se reproduire: la puberté
Wachstum
Schon immer gab es Kleinwüchsige („Zwerge“) und Personen, die besonders groß wurden („Riesen“). In Märchen und Sagen spielen sie häufig eine besondere Rolle.
Die beiden folgenden Abbildungen zeigen einen kleinen und einen sehr großen Menschen.
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| Josef Boruwlaski (1739 - 1837) Leroi, Armand Marie: Tanz der Gene, München 2004 |
Robert Wadlow (1918 - 1940) Tanner, James M. et al.: Wachstum, TIME - LIFE 1966 |
Der kleine Mann Joseph, le Comte de Boruwlaski, war knapp 1m groß. Er war verheiratet und hatte Kinder.
Robert Wadlow war mit 20 Jahren (Foto in seinem Elternhaus) 93 cm größer als sein 1,80 m großer Vater und trug Schuhe der Größe 70.
Alle Leistungen unseres Körpers gehen auf Organe zurück. Für Wissenschaftler war es deshalb nahe liegend, das Organ zu suchen, das das Wachstum steuert. Bei einer Unterfunktion des Organs bliebe man klein, bei einer Überfunktion würde man besonders groß.
Bei Robert Wadlow fand man, dass eine kleine Drüse (Hypophse), die an einem kleinen Stiel am Gehirn hängt, stark vergrößert war. Die vergrößerte Hirnanhangdrüse hat stärker gearbeitet als eine normal große.

Längsschnitt durch ein menschliches Gehirn, Hypophyse rot markiert
nach: Wurtman, Richard J. and Axelrod, Julius: The Pinal Gland, Scientific American 7/1965
Durch einen Tierversuch hat man diese Vorstellung bestätigt. Entfernt man einer Ratte (Tier rechts) frühzeitig die Hypophse, so wiegt sie später weniger als ein Viertel eines unbehandelten Tieres (Ratte links, gleiches Alter).

Normal große Ratte und zwergwüchsiges Tier
Tanner, James M. et al.: Wachstum, TIME - LIFE 1966
Die Wissenschaftler fragten sich, wie eine kleine Drüse im Kopf den ganzen Körper beeinflussen kann.
Um diese Frage zu beantworten, führten sie einen anderen Tierversuch durch. Der Dackel links hatte von Geburt an Injektionen von Hypophysenextrakt (Inhaltsstoffe aus Hirnanhangdrüsen anderer Tiere) bekommen. Innerhalb von acht Monaten wurde er fast doppelt so groß wie ein unbehandeltes Tier.

Zwei gleich alte Dackel
Tanner, James M. et al.: Wachstum, TIME - LIFE 1966
Aus diesem Versuch muss man folgern, dass die Hypophyse Stoffe bildet, die, wenn sie in das Blut gelangen, sich im Körper verteilen und das Wachstum regeln. Die Stoffe hat man Botenstoffe (Hormone) genannt. Befinden sich mehr Wachstumshormone im Körper, so wächst man stärker und wird größer.
Entwicklung
Diese Vorstellungen hat man auf die Entwicklung übertragen und nach Entwicklungshormonen im Blut gesucht. Die Untersuchungen waren sehr schwierig, weil alle Hormone nur in ganz geringen Konzentrationen im Blut vorkommen.

Testosteronspiegel im Plasma (Menge des Hormons Testosteron im Blut) von Knaben
Bierich, J.R.: Pubertät in: Verhandlungen der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, Berlin 1981
Untersucht man das Blut sehr vieler Jungen in verschiedenem Alter, so stellt man fest, dass das Hormon Testosteron ab einer bestimmten Zeit gebildet wird und dann in (relativ) hohen Konzentrationen im Blut vorliegt. Das legt die Vermutung nahe, dass es die männliche Entwicklung steuert.
Joseph Boruwlaski hätte demnach geringe Mengen Wachstumshormon und normale Testosteronkonzentrationen im Blut gehabt.
Bei Frauen hat man natürlich ein anderes Hormon, das Östrogen, gefunden, das die weibliche Entwicklung steuert. Man hat die Entwicklungshormone männliche und weibliche Geschlechtshormone genannt.

Évolution de la masse des organes reproducteurs au cours de la puberté.
SVT 4e - Nathan Verlag

Évolution de la masse des organes reproducteurs au cours de la puberté.
SVT 4e - Nathan Verlag
Zusammenfassung
Wachstum wird von Wachstumshormonen gesteuert - sie sind bei Mann und Frau gleich. Wenn man erwachsen ist, kann das Hormon wegfallen - man schrumpft dann nicht.
Entwicklung wird von zwei unterschiedlichen Hormonen gesteuert: männlichen und weiblichen Geschlechtshormonen. Sie werden lebenslang - allerdings in unterschiedlichen Konzentrationen - gebildet.

Für den Beginn und das Ende der beiden Prozesse gibt es keinen festen Zeitpunkt sondern nur eine Zeitspanne.
Die Versuche und ihre Interpretationen werden von den Jugendlichen sofort auf die Geschlechtshormone und auf den Menschen übertragen und es ergeben sich eine Fülle von Fragen und lebhafte Diskussionen.
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September 2009
© B.Bossert