Pubertätszeit

Devenir apte à se reproduire: la puberté

Veränderungen (Phänomene)

 

Von der folgenden Seite
http://www.bossert-bcs.de/biologie/serz56/index.htm
kann man Arbeitsblatt 2 und 3 kombinieren. Arbeitsblatt 1 kann entfallen und durch ein Unterrichtsgespräch ersetzt werden.
Man kann die Wachstumskurve zeichnen lassen oder die folgenden Darstellungen besprechen.
http://www.bossert-bcs.de/biologie/5darstellung/index.htm

Man kann mit den kombinierten Arbeitsblättern beginnen und anschließend in einem Unterrichtsgespräch sammeln, was sich in der Pubertätszeit sonst noch verändert.
Man kann die Reihenfolge auch umkehren.

Veränderungen, die angesprochen werden:

Pickel, Schamhaare wachsen, Brust entwickelt sich bei Mädchen, Stimmbruch bei Jungen, „Erwachsene werden komisch“ - Spannungen mit Eltern und anderen Erwachsenen treten auf, Verhalten von Mädchen und Jungen untereinander ändert sich, alle wollen jetzt „cool“ sein, …

Veränderungen, die selten / nicht angesprochen werden:
Körperproportionen (in der Alterstufe noch wenig ausgeprägt), Wachstum der männlichen Geschlechtsorgane (genieren sich vielleicht, das anzusprechen), Regelblutung (meist noch nicht eingetreten)

Nach den islamischen Geboten sollen muslimische Mädchen ab dem Beginn der Pubertät die Bekleidungsvorschriften einhalten. Daher tragen viele Mädchen entsprechend ihrer Religion oder den Erziehungsvorstellungen der Eltern in der Schule ein Kopftuch.

Entwicklung der sekundären Geschlechtsmerkmale bei Mädchen
Weitere Materialien (nicht notwendige Ergänzungen):

Stadien der Brustentwicklung
Stadien der Brustentwicklung
Bierich, J.R.: Pubertät in Verhandlungen der Gesellschaft Deutscher Naturforscher und Ärzte, Berlin 1981

 

Reihenfolge der somatischen Pubertätsmerkmale
Reihenfolge der somatischen Pubertätsmerkmale
Dudenhausen, J.W. et al.: Frauenheilkunde und Geburtshilfe, Berlin 2003

 

Thelarche - Brustentwicklung
Pubarche - Entwicklung der Schambehaarung
Menarche - Auftreten der ersten Regelblutung
S.D. - Standardabweichung

 

Ziel / Ergebnisse

Die Ergebnisse, die aus den kombinierten Arbeitsblättern und dem Unterrichtsgespräch abgeleitet werden, sind für die Kinder, die denken, sie seien zu klein oder zu wenig attraktiv oder in der Entwicklung zurückgeblieben, von allergrößter Bedeutung. Die folgende Abbildung sollte an zentraler Stelle stehen und ausführlich besprochen und erläutert werden.

Wachstumsalter, Entwicklungsalter

Neben dem Lebensalter gibt es ein „Wachstumsalter“ und ein „Entwicklungsalter“. Während das Lebensalter feststeht und kontinuierlich mit der Zeit zunimmt, gibt es bei Wachstum und Entwicklung starke Schwankungen um mehrere Jahre und „Wachstums- und Entwicklungssprünge“. Jede Körpergröße und jeder Entwicklungsstand innerhalb der Streuungsbreiten ist normal. Kind 1 und Kind 2 sind beide 11 Jahre alt. Die Entwicklung von Kind 1 entspricht dem Durchschnittswert, beim Wachstum liegt es etwas unter dem Mittelwert, weil es vielleicht etwas später eingesetzt hat. Kind 2 liegt mit beiden Werten über dem Durchschnitt - was aber keine „Leistung“ ist, sondern zwei etwas höhere Werte innerhalb eines weiten Normbereichs.

Mädchen haben in einem bestimmten Alter im Durchschnitt (!) einen Wachstumsvorsprung vor den Jungen. Oft haben sie auch einen Entwicklungsvorsprung. Innerhalb beider Gruppen gibt es auch wieder Unterschiede.

Jeder ist ein Individuum mit einem eigenen Wachstums- und Entwicklungsablauf. Die Zeitpunkte für den Beginn sind bei jeder / jedem etwas anders. Äußerlichkeiten sollten auch nicht überbewertet werden; viel wichtiger ist es, ob jemand nett, hilfsbereit, intelligent ist.

Auf den Etiketten der Kleidungsstücke steht deshalb kein Alter (z.B. für ein 11-jähriges Mädchen), sondern z.B. „128“ oder „140“, was in etwa ein Maß für die Körpergröße ist.

 

Körperproportionen und Mode
Fakultativ (möglicher Einschub)

Genaue Messungen bei einer großen Zahl von Jugendlichen haben die folgenden Werte ergeben.

Schulterbreite
Hüftbreite

Zuwachsraten von Schulter- und Hüftbreite
Walter. Hubert: Sexual- und Entwicklungsbiologie des Menschen, Stuttgart 1978

 

Man kann an der graphischen Darstellung ablesen, dass sich die Körperproportionen verschieben und auseinander entwickeln. Dieser Vorgang ist in der nächsten Abbildung dargestellt.

WachstumWachstum

Wachstum und Veränderung der Proportionen Mann und Frau
Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (Hrsg.): Sexualkunde-Atlas, Opladen 1969

 

Es gibt viele Möglichkeiten, die Unterschiede zwischen Mann und Frau hervorzuheben, zu betonen und zu vergrößern.

 

Modedame

Skelett in eine antike Statue (Venus von Milo) eingefügt und Brustkorb einer französischen Modedame, die ein Korsett trägt
Albrecht, J.F.: Heimlichkeiten der Frauenzimmer, Frankfurt 1983 (Original 1851)

 

Waffenröcke

Hofdienstwaffenröcke der Trabantenleibgarde (Österreich)
Koenig, Otto: Kultur- und Verhaltensforschung, München 1970

Von diesen beiden Beispielen ausgehend kann sich auch ein Unterrichtsgespräch, über die vielen Möglichkeiten, die heute bestehen und auch genutzt werden, ergeben:
Kleidung (Schultern, Busen), Kosmetik (Betonung der Augen, optische Vergrößerung und Betonung der Lippen, Haafarbe, ...), "Schönheitsoperationen", ...

 

Entwicklung der Geschlechtsorgane

Neben Veränderungen des Körpers (sekundäre Geschlechtsmerkmale) verändern sich in der Pubertätszeit auch die Geschlechtsorgane (primäre Geschlechtsmerkmale, äußere und innere Geschlechtsorgane, die zur Fortpflanzung nötig sind).

 

Entwicklung der Geschlechtsorgane

 

Entwicklung der Geschlechtsorgane

Walter, Hubert: Sexual- und Entwicklungsbiologie des Menschen, Stuttgart 1978

 

In der Pubertätszeit verändern sich der Körper und das Verhalten (kognitive Entwicklung) - die Kindheit nähert sich ihrem Ende und man wird erwachsen. Jungen und Mädchen werden selbständiger, werden zu einer Persönlichkeit. Das alles kann zu Schwierigkeiten und Konflikten führen, die bewältigt werden müssen,

 

 


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September 2009
© B.Bossert