Trost

"Da es nun aber Kindheit - ontogenetische postnatale Entwicklung - gibt, ist Erziehung als unvermeidliche soziale Tatsache gegeben."

Siegfried Bernfeld: Sisyphos oder die Grenzen der Erziehung, Frankfurt 1976 (erste Ausgabe 1925)

 

"Wenn man individuelle Menschen als Konglomerat autopoietischer, eigendynamischer, nichttrivialer Systeme begreift, gibt es keinen Anlaß zu der Vermutung, man könne sie erziehen."

( autopoietisch º Fähigkeit sich selbst zu erhalten, zu wandeln und zu erneuern )

"Das Erziehungssystem kann sich selber nicht erziehen, so wenig wie Feuer sich selbst verbrennen kann. Es ist für die eigenen Operationen unerreichbar ... In anderer Ausdrucksweise: im Erziehungssystem hat man es mit einer operativ unlösbaren Unbestimmtheit zu tun. Das übersetzt sich für die auf Menschen gerichteten pädagogischen Operationen in eine unbehebbare Ungewissheit im Blick auf Erfolge und Mißerfolge. Aber damit kann die Erziehung zurechtkommen, indem sie Erfolge sich selbst und Mißerfolge den Eigenarten ihrer Klienten, also der Umwelt zurechnet."

Niklas Luhmann : Das Erziehungssystem der Gesellschaft

 

"Es ist gut, wenn wir uns daran erinnern, daß Erziehung als solche keine ´Ziele´ hat. Nur Menschen, Eltern, Lehrer usw. haben Ziele, nicht ein abstrakter Begriff wie Erziehung, infolgedessen sind ihre Ziele von unendlicher Mannigfaltigkeit, verschieden bei verschiedenen Kindern, wandelbar mit dem Heranwachsen der Kinder und mit der wachsenden Erfahrung dessen, der erzieht."

John Dewey : Demokratie und Erziehung

 

"Das Phantom der ´abgeschlossenen´ Bildung, das die Schulprogramme aufstellen und mit ihren enzyklopädischen Lehrplänen anstreben, ist ein Erzeugnis der Einbildung und nicht der Bildung."

Georg Kerschensteiner : Theorie der Bildung

 

"Bunt flimmert das Verderben
... Jedenfalls verfügt nach den Feststellungen des Medienpädagogischen Forschungsverbundes Südwest inzwischen etwa die Hälfte der 13- bis 15-jährigen über einen Fernseher im eigenen Zimmer. Unter den 16- / 17-jährigen sind es knapp 70 Prozent.
...
Durch die Verfügbarkeit eines eigenen Fernsehers erhöht sich der tägliche Fernsehkonsum um etwa eine Stunde - werktags von zweieinhalb auf etwa dreieinhalb und an Wochenenden auf vier bis fünf Stunden. Diese Kinder verbringen damit pro Jahr mehr Zeit vor dem Fernseher als im Schulunterricht."

Christian Pfeiffer, DIE ZEIT vom 18.09.2003

 

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Domäne  Bossert



updated Oktober 2007 2004
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