01. Beobachtung: Viele Zugvögel verlassen Deutschland schon, wenn es noch recht warm ist.
Vermutungen:
a. Das Futter wird knapp.
b. Die Tage werden kürzer (und die Nächte länger).
Beschreibe / skizziere ein oder mehrere Experimente (= Versuche), mit deren Hilfe man entscheiden kann, welche der beiden Vermutungen richtig ist.
02. Welche Bedeutung hat das Revier für einen männlichen und welche für einen weiblichen Vogel?
03. Ein Vogel ist sehr leicht gebaut. Zähle fünf Merkmale / Eigenschaften auf, die sein Gewicht niedrig halten. Gehe dabei auch auf die beiden folgenden Beobachtungen ein.
Ein Schwanzmeisenweibchen wiegt etwa 8,5g. Elf Eier der Meise (so groß ist ein Gelege) wiegen 9,4g.
Eine Kohlmeise wiegt etwa 17g. Beobachtet man den Vogel einen Tag lang beim Fressen, so stellt man fest, dass alle Nahrung zusammen etwa 17g wiegt.
04. Wie entstehen Aufwinde (zwei Beispiele) und welchen Vorteil hat der Vogel, wenn er sie nutzen kann?
Nur an Ort A und Ort B, die etwas weiter voneinander entfernt sind, gibt es Aufwinde. Wie kann ein Vogel allein im passiven Flug von A nach B kommen? Beschreibe oder skizziere, was er machen muss.
05. Die Werte in der zweiten Spalte geben an, wie schwer die Keimscheibe ist bzw. wie viel der Vogelembryo wiegt.
Alter in Tagen |
Gewicht in g |
1 |
0,0002 |
2 |
0,003 |
3 |
0,02 |
4 |
0,05 |
5 |
0,13 |
… |
… |
20 |
30,21 |
21 |
35,00 |
a. Wann ist der Keim am stärksten gewachsen?
b. Erläutere, welche Vorgänge im Ei ablaufen müssen, damit es zu diesem starken Wachstum kommen kann.
06. Ein männlicher Vogel markiert sein Revier und verteidigt es.
Beschreibe einen Versuch, mit dem man nachweisen könnte, wie das Tier sein Revier markiert.
07. Es folgen Beispiele für Nesthocker und Nestflüchter; die Zahlen geben die Eizahl eines Geleges an.
Nesthocker |
Eizahl |
|
Nestflüchter |
Eizahl |
Haustaube |
2 |
|
Rebhuhn |
5-20 |
Schleiereule |
4-6 |
|
Wachtel |
5-10 |
Buchfink |
4-7 |
|
Fasan |
6-14 |
Gelege = Anzahl der Eier, die das Weibchen in das Nest gelegt hat und dann bebrütet.
Welche Bedeutung hat die Eizahl und damit auch die Zahl der Jungvögel für die Elterntiere?
08. In „Brehms Tierleben“ steht:
„Die Vogeleltern lieben ihre Jungen in hohem Grade. Die Eltern füttern und
pflegen mit großer Zärtlichkeit.“
Nimm Stellung zu diesen Aussagen. Begründe Deine Meinung.
09. Hühnerküken halten sich meist in der Nähe der Glucke auf. Wenn sie in Gefahr sind oder die Glucke einige Zeit nicht mehr gesehen haben (z.B. im hohen Gras), piepsen sie und die Glucke kommt gelaufen.
a. Setzt man ein piepsendes Küken unter eine schalldichte Glasglocke, so kümmert sich die Glucke nicht um das Tier, selbst wenn sie direkt daneben steht.
b. Setzt man ein piepsendes Küken hinter einen undurchsichtigen Holzzaun, so läuft die Glucke aufgeregt herum.
Versuche, die beiden Versuchsergebnisse zu erklären.
10. Welche Aufgaben (drei) erfüllt die Feder für den Vogel?
11. Skizziere und beschreibe, wie der Vogel eine beschädigte Feder repariert.
12. Versuche, die folgende Beobachtung zu erklären:
Ein Schwan brütete tagelang intensiv in seinem Nest auf Flaschen (die Eier waren entfernt worden).
13. Erkläre, wie man im Labor feststellen kann, in welche Himmelsrichtung ein Vogel beim Vogelzug fliegen würde.
14. Ein Vogel ist sehr leicht gebaut. Zähle fünf Merkmale / Eigenschaften auf, die sein Gewicht niedrig halten.
Erläutere den Vor- und Nachteil eines kleinen Magens und eines kleinen Herzens für den Vogel.
15. Beschreibe in Stichworten den Weg des Sauerstoffs und den des Kohlendioxids bei einem bebrüteten Ei.
Welche Eigenschaften muss die Kalkschale in Bezug auf flüssiges Wasser und auf Sauerstoff haben?
16. Man hat in verschiedenen Gebieten die brütenden Kohlmeisen beobachtet. Man hat die Paare und die Eier im Nest gezählt und kontrolliert, ob die Tiere ein zweites Mal gebrütet haben. Die Ergebnisse sind in der Tabelle zusammengestellt.
Aufgabe: Beschreibe, was Dir auffällt und erkläre die Unterschiede.
Brutpaare pro 10 ha |
Eier pro Gelege |
Paare, die zweimal brüteten |
4 |
9 |
20 % |
8 |
8 |
18 % |
12 |
7 |
15 % |
16 |
6 |
12 % |
20 |
5 |
10 % |
Gelege: Eizahl im Nest bei Brutbeginn
17. Wieso ziehen manche Singvogelarten einen jungen Kuckuck auf, obwohl das Tier ihren Jungtieren vom Aussehen nicht gleicht?
18. Erläutere den Unterschied zwischen „Segeln“ und „Fliegen“.
19. Sitzt eine Taube am Boden, so atmet sie 30 Mal in einer Minute. Im Flug registriert man 450 pro Minute.
Erkläre die Beobachtung.
20. Versuche das, was Du bei dem Vogelzug gelernt hast, auf den Strandfloh zu übertragen.
Der Strandfloh lebt im Spülsaum des Meeres zwischen den angeschwemmten Quallen, Tangbüscheln und Muschelschalen. Wenn er Richtung Meer oder Richtung Land gebracht wird, findet er sicher zurück.
Im nördlichen Teil von Sylt gibt es eine schmale, nur 1km breite Stelle zwischen Nord- und Südstrand. Bringt man Strandflöhe vom Südstrand an den Nordstrand und wirft sie ins Meer, so schwimmen sie nach Norden weiter auf das Meer hinaus.
Zeichne den Versuch auf.
Stelle Hypothesen auf, wie sich der Strandfloh orientieren könnte und denke Dir einen Versuch aus, mit dem Du eine Vermutung beweisen oder widerlegen könntest.
21. Untersucht man in einem bestimmten Gebiet das Nahrungsangebot (= Raupenangebot) und den Legebeginn, so erhält man das folgende Ergebnis.

Versuche, einen Zusammenhang herzustellen.
Geht man von 10 Eiern im Nest aus, so stellt man fest, dass die meisten der geschlüpften Vögel nicht überleben (Überlebensrate). Es besteht die folgende Abhängigkeit.

Bei 10 Eiern / geschlüpften Jungvögeln bedeuten 40% º 4 Tiere , 30% º 3 Tiere usw.
Wie kann man erklären, dass die Überlebensrate der Tiere vom Schlüpfdatum („Geburtstag“) abhängt?
Franz Baierlein: Ökologie der Vögel, Stuttgart 1996
22. Kohl- und Blaumeisen brüten in Baumhöhlen oder in aufgehängten Nistkästen.
Die Kohlmeise ist größer, sie benötigt ein Flugloch mit 3,4cm Durchmesser. Sie beginnt Ende März / Anfang April mit dem Nestbau.
Die Blaumeise ist kleiner, sie passt auch durch ein Flugloch mit 2,8cm Durchmesser. Sie beginnt im Februar mit dem Nestbau.
In einem Untersuchungsgebiet gab es bis 1970 nur 40 Nistkästen pro einem Quadratkilometer (km2). Sie hatten alle Fluglöcher mit 3,4cm Durchmesser.
Manchmal fand man in den Kästen, in denen die Kohlmeisen brüteten, Eier oder gar Junge der Blaumeise.

1970 wurden alle Nistkästen durch welche mit Fluglöchern von 2,8cm Durchmesser ersetzt.
Versuche, die Menge der Brutpaare zu erklären.
In einem anderen, vergleichbaren Untersuchungsgebiet hängte man 200 Nistkästen mit 3,4cm Flugloch pro Quadratkilometer auf. Man beobachtete dort etwa gleich viele Brutpaare von jeder Meisenart. Wie kann man diese Beobachtung erklären?
Franz Baierlein: Ökologie der Vögel, Stuttgart 1996
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29. Juli 2010
© B.Bossert