
Zur Leichbauweise siehe:
http://www.bossert-bcs.de/biologie/leichtbau/leicht.htm
Literatur
Werner Nachtigall: Warum die Vögel fliegen, Hamburg 1985
Horst Erich König und Hans-Georg Liebich: Anatomie und Propädeutik des Geflügels, Stuttgart 2001
Die Fotos zeigen Präparate aus der Sammlung von Matthias Helb.
Rumpf
Untersucht man ein geschlachtetes Hähnchen und drückt auf den Brustkorb, so findet man, dass die Knochen des Rumpfes alle fest untereinander verbunden sind und ein elastisches Ganzes bilden.
Der mittlere Teil der Wirbelsäule und das mit dem Becken zu einem festen Stück verwachsene Endteil bilden die Hauptachse des tragenden Systems (Abb. Schwan). Rabenschnabelbein und Brustbein bilden eine zweite untere Achse. Die Rippen verbinden die beiden Achsen elastisch aber auch fest. Viele Vögel besitzen an ihren Rippen Hakenfortsätze, die zu einer stärkeren Verbindung mit der Wirbelsäule führen.
Diese feste Knocheneinheit des Rumpfes trägt den „Flugmotor“ und fängt die beim Fliegen auftretenden Spitzenlasten (Zug- und Druckkräfte) ab.
Flugmuskeln
Die Zugkraft der Muskeln hängt von ihrem Querschnitt ab. Die Ansatzfläche der dicken Muskeln ist der Kiel des Brustbeins. Zwischen Gabelbein, Rabenschnabelbein und Brustbeinkamm gibt es eine feste Membran als Verspannung, an der auch Flugmuskeln angreifen. Bei guten Streckenfliegern ist der Abschlagmuskel wesentlich stärker ausgebildet als der Aufschlagmuskel.


Armknochen
Der Flügel (Abb. Bussard) wird durch die Flugmuskulatur bewegt. An den Knochenenden (Abb. Armknochen, Oberarmknochen Schwan) gibt es vergrößerte Ansatzflächen. Die Knochen sind hohl und besitzen Verfestigungsstreben. Es wirken hohe Biege- und Drehbelastungen. Die Verschmelzung von Fingern und die vielen Verbindungen führen zu einer höheren Festigkeit (Schema Huhn).

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Oktober 2007
© B.Bossert