Wassertransport in Pflanzenstängeln und Blättern

Skizze einer Unterrichtsstunde in einer 5. / 6. Klasse

 

Die Schülerinnen und Schüler üben in dieser Stunde die naturwissenschaftliche Denkweise und die schrittweise Protokollführung ein.

Einführung (kurz)

Pflanzen wachsen besser, wenn sie gedüngt werden. Kunstdünger º Mineralsalzen. Mineralsalze werden in gelöster Form von den Wurzeln aufgenommen und in der Pflanze verteilt.

Fragestellung

Wie / wo erfolgt die Wasserleitung und Verteilung in Stängeln und Blättern?

Lösungsansatz

Der Stängel, die Blätter müssen untersucht werden; wenn nötig mit Lupe oder Mikroskop. Diese Lösung ist für die Kinder naheliegend. Sie sehen auch schnell das Problem, das diese einfache Möglichkeit erschwert: Bei dem Mineralwasser in der Flasche kann man zwar die Salze schmecken, aber nicht sehen, da die gelösten Teilchen zu klein sind. Mineralwasser ist farblos.

Die Schülerinnen und Schüler suchen nach Lösungsmöglichkeiten und schlagen bald vor, dass man "farblos" eben ändern müßte. Das Mineralwasser muß angefärbt werden – erster Markierungsversuch!

Rote Tinte º Mineralsalzlösung

Experimente – Protokoll

Die Lehrerin / der Lehrer führt die geforderten Versuche durch (Demonstrationsexperimente) und die Schülerinnen und Schüler konzentrieren sich auf die Beobachtungen und protokollieren schrittweise die Ergebnisse. Diese Experimente eignen sich gut zur Einübung des Protokollierens, da die Ergebnisse klar und eindeutig sind, in kleinen Schritten anfallen und die Mitschrift durch eine Kombination von Skizzen und kurzem Text erleichtert wird.

Versuchsansatz

Prinzipiell sind alle Blütenpflanzen geeignet. Einzelne "Leitungen" (Leitbündel) sieht man natürlich besonders gut bei den verstreutporigen Monokotylen. Es empfiehlt sich, das Experiment mit weißen oder gelben Tulpen durch zu führen (siehe Originalprotokolle der Schülerin und der Schüler weiter unten).

Die folgenden Abbildungen zeigen die Durchführung mit Fresien und Schwertlilie. Bei diesen Fresien, die offensichtlich mit einem Mittel behandelt waren, das die Spaltöffnungen weitgehend schließt und so das Welken hinaus zögert, dauerte es sehr lange, bis man den Tintentransport in den Adern sehen konnte. Bei Tulpen reichen zwei Zeitstunden aus, um den Transport in die Laub- und Blütenblätter zu sehen, wenn man den Stängel auf etwa 5 cm einkürzt.

Zwei Pflanzen werden in rote Tinte (Experiment mit Wiederholung) und eine in Wasser (Kontrollversuch) gestellt. Es ist klar, dass der Transport einige Zeit dauert. Die Schülerinnen und Schüler können sich die Ergebnisse dieser Versuche in einer späteren Pause oder am nächsten Tag ansehen. An einem von der Lehrerin / dem Lehrer vorbereiteten Versuchsansatz, der jetzt aus dem Vorbereitungsraum geholt wird, können die Kinder die Ergebnisse sofort sehen und protokollieren.

Versuche mit Fresien

 

Versuchsaufbau  

 

Ergebnisse

 

  
  

 

Versuchsansatz mit Iris

 

  

 

Ergebnisse

 

  

 

Verenas Protokoll

 

 

Sebastians Protokoll

 

 

Stefans Protokoll

 

Stefans Protokoll

 

Wenn man Blätter des Hartriegels oder des Wegerichs quer einreißt, kann man "Leitungen" sehen.

 

  

 

 

 

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Domäne  Bossert



Juli 2002
© B.Bossert