Hat er Powerpoint oder hat er etwas zu sagen?
19. Februar 2007In der FAZ vom 10.02.2007 gibt Hendrik Steinkuhl in seinem Artikel „Folienschau mit albernen Bildchen“ viele gute Tipps zur Gestaltung einer Präsentation.
In der FAZ vom 10.02.2007 gibt Hendrik Steinkuhl in seinem Artikel „Folienschau mit albernen Bildchen“ viele gute Tipps zur Gestaltung einer Präsentation.
Gernot Böhme in der FR vom 16.01.2007
Der Autor legt an vielen Beispielen dar, wie nützliche Technik das Leben nicht besser, sondern anders macht. Effektive Verhütungsmittel führten dazu, dass moralische durch technische Normen ersetzt wurden.
Das Handy hat die sozialen Beziehungen tief greifend verändert: Feste Verabredungen gibt es praktisch nicht mehr. Technik strukturiert menschliches Leben.
Ein Mensch besteht aus etwa 1013 Zellen. Das ist schon unvorstellbar. Mikrobiologen haben herausgefunden, dass auf und in uns nochmals die gleiche Anzahl an Bakterien angesiedelt ist.
Allein auf der gesunden Haut findet man 247 Bakterienarten.
„Schon die Seite des Lebens, die wir mit den Tieren teilen, ist fragil und verletzlich. Noch viel mehr ist es die andere, bei der es um das Gelingen geht, um das Herz, um die Gemeinschaft.“
Dietrich Rössler
Teil 1 – Professoren allgemein
Der Rektor einer Universität teilte die Professoren wie folgt ein:
„Bei einem Physikprofessor fragt sich keiner, ob er Professor ist. Bei manchem Soziologieprofessor fragt man sich, ob er Professor ist. Bei einem Didaktikprofessor fragt sich kein Mensch, ob er Professor ist.
Teil 2 – Paläontologen im Besonderen
Nachdem man uns 1997 begeistert von einem 43000 Jahre alten Flötenfund berichtet hat und ihn zum Beweis für die Musikalität des Neandertalers stilisiert hat, erfolgt jetzt (NZZ vom 10.01.2007) eine neue Bewertung. Das Knochenobjekt wird jetzt als Oberschenkelknochen, auf dem ein Höhlenbär herum gebissen hat, gedeutet.
Noch Fragen?
Sotheby´s Katalog „The Medical Library of Dr. Meyer Friedman” (2,95 € bei www.jokers.de) ist gleichzeitig eine kleine Geschichte der Biologie. Die Abbildungen aus den vorgestellten Büchern reihen sich zu einer Geschichte der Entdeckungen aneinander.
Die Interessen des Herzspezialisten waren nicht auf die Medizin eingeengt. Robert Boyle, Marie Curie und Hermann Helmholtz sind ebenso vertreten wie Antony van Leeuwenhoek, Charles Darwin und Gregor Mendel.
Vom Kindergarten bis zur Max Planck Gesellschaft reichen die Bemühungen, Naturwissenschaften und Ingenieurwissenschaften zu fördern. Dabei steht oft die Frauenförderung im Vordergrund.
Was will man erreichen?
FAZ vom 08.01.2007 – „Weil Wissenschaftler um Nachwuchs bangen, machen sie Berlin zur Stadt der kleinen Forscher“
Max Planck aktuell 4/2006 – „Potenziale von Frauen ausschöpfen - … ein wichtiges, ungenügend genutztes Potential für die künftige Leistungsfähigkeit …“
Im Kindergarten geht es nicht um die Förderung von naturwissenschaftlichem Verständnis, beim „Girls Day“ und der „Förderung von Frauen in der Wissenschaft“ geht es nicht um die Mädchen oder Frauen, sondern es geht in allen Fällen um die Verwendbarkeit der Personen, um die Erweiterung des Humankapitals.
FAZ vom 03.02.2007 – „Was sind Ihre Leute wert?“
Sind sie dann in eine Firma eingetreten, gibt es die Saarbrücker Formel, um ihren Wert zu berechnen. Die Formel ist umstritten – weil sie für ungenau gehalten wird, nicht weil sie peinlich ist.
Experimente können zwei Funktionen erfüllen. Sie können für Naturwissenschaften interessieren und begeistern (Versuche im Kindergartenalter, knoff-hoff-show im Fernsehen) und zusätzlich in der Wissenschaft Hypothesen prüfen.
An der Nahtstelle zwischen beiden Funktionen stehen die Arbeiten von „schüler experimentieren“ (bis 15 Jahre). Die Kinder lösen Probleme spielerisch, zeigen aber auch schon wissenschaftliche Gründlichkeit in Aufbau und Durchführung des Projekts.
Die Teilnahme der Kinder an diesem Wettbewerb hängt alleine von der Schule ab. Sie kann durch Arbeitsgemeinschaften Interesse fördern und die Arbeiten ermöglichen.
Die Teilnahme an „jugend forscht“ (ab 15 Jahren) hängt von den Fähigkeiten und Interessen der Jugendlichen ab; die Unterstützung durch die Schule spielt eine geringere Rolle.
Alle benötigen aber Zeit – und die wird immer knapper
- durch die um ein Jahr verkürzte Schulzeit
- durch die Konzentration des Stoffs und
die erhöhte Wochenstundenzahl
- durch die Schwierigkeit, in dem vollen Plan
einen Termin für die Arbeitsgemeinschaft
zu finden, an dem alle interessierten Jahrgangsstufen
frei haben
- durch die Erhöhung der Prüfungsfächer in der
Abiturprüfung und das Zentralabitur
Um einen kleinen Blick aus dem Glashaus Schule auf die reale Welt zu werfen, lese ich auch den Wirtschaftsteil gründlich. Personalberater liefern Analysen, die auf Schule übertragen, Situationen erhellen.
Wie bekommen wir den Flow?
Das Wesentliche dabei ist, dass die Aufgabe, die vor uns liegt, im Gleichgewicht mit dem ist, was wir können. Optimal ist, wenn die Anforderungen ein klein wenig über unserem Können liegen, damit die Arbeit eine Herausforderung ist. Dazu brauchen die Leute aber Handlungsspielräume. Nur bei gegebenen Handlungsspielräumen können sich die Menschen an einer Aufgabe messen und so Freude an der Arbeit entwickeln.
… dieser Zustand wird als angenehm erlebt – aber erst im Nachhinein.
Zeitdruck, permanente Störungen, Fremdsteuerung und alles, was die inhaltlichen Handlungsspielräume einschränkt sind Flow-Killer.
Renate Rau in Technology Review 6/06
Auf dem Weg in die innere Kündigung
Nur wer wie ein Betriebsstatist behandelt wird, verwandelt sich auf die Dauer in einen.
Werden Veränderungsprozesse in Gang gesetzt, ohne die Mitarbeiter systematisch einzubeziehen und ohne der Belegschaft im Veränderungsgeschehen immer wieder Zeiten zum Atemholen zu geben, floppt der Prozess. Mitarbeiter fühlen sich in Veränderungsprozessen schlecht informiert, nicht gefragt, von den Veränderungen überrollt. Das führt zu Unsicherheit im Betrieb, zu der sich ein lähmendes Gefühl von Ohnmacht gesellt. Die innere Distanz zum Chef wächst sich bald zur inneren Kündigung aus.
… wenig dienlich ist auch die zappelige Ungeduld, die viele Führungsmannschaften zunehmend bestimmt.
Hartmut Volk, FAZ vom 30.12.2006
burn out – Syndrom
Liest man die Zitate, beschreiben sie sowohl die Schüler- als auch die Lehrersituation und man wundert sich, dass in der Schule überhaupt noch etwas geleistet werden kann. Hoher Einsatz führt nur zu einem bescheidenen Erfolg, aus „meiner Schule“ wird „die Schule“. Nun fehlen nur noch höhere Disziplinlosigkeit der Schüler, geringere Eignung der Lehrkraft, ein zerstrittenes oder gleichgültiges Kollegium, … und der Weg ist vorgezeichnet.
Heute waren wieder einige Schülerinnen und Schüler des Abiturjahrganges nahe daran, die Wurzel aus 1/10.000 mit dem Taschenrechner auszurechnen.
Das Jammern von Hochschule und Industrie über solche Lücken hat das Kultusministerium dazu gebracht, Deutsch und Mathematik in der Oberstufe vierstündig zu unterrichten.
Das war gedankenlos und ist erfolglos. Kommaregeln und Dreisatz lernt man in der Mittelstufe oder nie.
Lehrerinnen und Lehrer werden von allen im Stich gelassen.
Wie soll unterrichtet werden?
– Das erläutern Erziehungswissenschaftler und alle die sich sonst noch berufen fühlen (Eltern, Zeitschriften, Lehrerverbände, …) in abstrakter, praxisferner Art: Kompetenzen, Einstellungen, Standards usw. sollen erreicht werden.
Was soll unterrichtet werden?
– Das legen die jeweiligen Lehrpläne der Bundesländer fest. Wie sollen die schönen Vorstellungen und Vorgaben konkret in eine Unterrichtsstunde umgesetzt werden? Jetzt schlägt die Stunde der Fachdidaktiker. Sie hüten sich ein ausgearbeitetes Beispiel vorzustellen. Sie wiederholen die schon vorhandenen Antworten der Erziehungswissenschaftler und schmücken sie mit einigen Fachbegriffen aus. In Hessen werden „Weiterbildungspunkte“ von allen verlangt, aber keine Fortbildungsveranstaltungen zu dem entscheidenden „Wie?“ angeboten.
Vielen, nicht allen Lehrkräften ist das auch gleich – Hauptsache es gibt Punkte.
Lehrerinnen und Lehrer haben weder in der eigenen Schulzeit, noch im Studium etwas Konkretes und Praxisnahes zu dem entscheidenden „Wie?“ erfahren. In der Referendarausbildung müssen sie viel Glück haben.
Nachbar Nickel ist verdrießlich,
Und er darf sich wohl beklagen,
Weil ihm seine Pläne schließlich
Alle gänzlich fehlgeschlagen
Unsre Ziege starb heut morgen.
Geh und sag´s ihm, lieber Knabe!
Daß er nach so vielen Sorgen
Auch mal eine Freude habe. Wilhelm Busch : Die Gedichte
Gerd Haffmans bei Zweitausendeins
Das Bändchen ist handlich, schön gebunden, mit Lesebändchen. Sehr geeignet, um vor dem Einschlafen darin zu schmökern und schmunzelnd einzuschlummern.
Zur Zeit leider ausverkauft, versuchen Sie es über http://www.zvab.com
„An die Stelle von Wünschen und Hoffnungen, die man gegenüber dem Leben hegte, für die man sich abrackerte und die vielleicht in Erfüllung gingen, wenn man vom Glück begünstigt war, die vielleicht aber auch enttäuscht wurden, sind Forderungen und Ansprüche an den Versorgerstaat getreten. Er soll einem den eigenen Lebensentwurf nicht nur ermöglichen, sondern er soll ihn erleichtern und teilweise sogar finanzieren.“
G.S. in der NZZ vom 30.12.2006
Die letzten 30 Jahre habe ich keine „Tagesschau“ gesehen und auch sonst keine Nachrichtensendungen.
Was ich nicht missen möchte, ist die Lektüre von FAZ, NZZ (leider aus Kostengründen nur am Mittwoch) und der Scietific American. Seit 2003 ist Technology Review (Artikel deutsch) hinzugekommen. Die Zeitschrift berichtet lebendig und anschaulich über Trends und Zukunftsprojekte. Da die Zukunft von den Lebenswissenschaften bestimmt wird, ist die Zeitschrift für Biologen interessant.
Günstiges Schnupper-Abo (scheußliche Wortschöpfung – Schöpfung? – scheußliche Wortwahl) unter www.heise.de
In der NZZ vom 23.12.2005 wurde das Buch
Ansgar Zerfass / Dietrich Boelter:
Die neuen Meinungsmacher
Verlag Nausner & Nausner, Graz 2005 (12 €)
besprochen. Es soll in die „Blogoshäre“ einführen. Da ich bis zu diesem Zeitpunkt - wie viele andere auch - nur eine verschwommene Vorstellung davon hatte, was ein Weblogger ist, bestellte ich das Buch sofort beim Verlag. Die Buchbesprechung war völlig zutreffend! Das gediegen – liebevoll aufgemachte Buch informiert in acht übersichtlichen Kapiteln auf knappem Raum über die neue Form der Kommunikation im Internet. Ich kann das Buch uneingeschränkt empfehlen.
Da ich zur Meinungsbildung beitragen möchte, habe ich dieses Weblog eingerichtet – man sieht, das Buch hat überzeugt. Obwohl Zerfass und Boelter auch Adressen von Blog - Diensten angeben, war die Einrichtung des Journals mit Schwierigkeiten verbunden, da ich unbedingt eine Ordnung nach Kategorien haben wollte. Ohne die Hilfe meiner Frau hätte ich das nicht geschafft.

Wir fanden im letzten Jahr, als es noch Schnee gab, viele Frösche, die munter über das kalte Weiß sprangen.
Wie man den Gesprächen der Schülerinnen und Schüler entnehmen kann, geht es im Deutschunterricht trotz Enzensberger und Sontag oft um die richtige Interpretation.
Bisher habe ich mich zurückgehalten und nicht den Rat zu den Standardfragen „Na und?“ bzw. „Woher wissen Sie das?“ zum Abwürgen jedes Deutungsversuchs erteilt.
Im Spiegel (13.02.2006) wird über die Einführung eines Einheitsdresses an einer Grundschule in Potsdam berichtet. Dadurch soll verhindert werden, dass sich Gespräche hauptsächlich um teure Turnschuhe, das richtige Logo auf dem Pullover und die coolste Jacke dreht und Kinder nicht als „Aldi-Kind“ verhöhnt werden. Die Kinder, von denen das Mobbing ausgeht, imitieren doch nur ihre Eltern und deren Kult um Autos, teure Kleidung und Schmuck. Die Einheitskleidung ändert nichts, sie verdeckt es nur. An meiner Schule haben wir auch einen Ordnungsdienst eingerichtet, der den Schulhof säubert. Besser wäre es, der Abfall landete gleich im Papierkorb.
Am Montag werden zwei Kollegen in den vorzeitigen Ruhestand verabschiedet, die ein Jahr jünger sind als ich; ich habe vor, noch dreieinhalb Jahre zu unterrichten. Hört man sich im Kollegium um, so sind die guten Lehrerinnen und Lehrer im Unterricht glücklich, in der Schule nicht.
Die Schule verändert sich rasant und zwar in einer Art und Weise, dass die Stundenbelastung steigt, der Verwaltungsaufwand wächst, die Belastung zunimmt und das Endergebnis immer magerer wird.
Stichworte (Hessen) sind: Mehr Wochenstunden, mehr Vertretungsstunden, mehr Fortbildungsveranstaltungen (Inhalte wenig hilfreich – aber Punkte), Flut von Formularen, Statistiken, ungeeignete Verwaltungssoftware, große Klassenstärken, vom Gymnasium überforderte Kinder, zunehmende Elternarbeit, neue Lehrpläne G9 gerade erprobt, durch neue Lehrpläne G8 ersetzt, neue Oberstufenlehrpläne gerade im Ansatz erprobt, zentrale Abituraufgaben, Ganztagsschule, kein ausgestatteter Arbeitsplatz in der Schule, Lehrerinnen und Lehrer schieben Überstunden vor sich her …
In der Zeitung liest man, dass Kinder unter Bewegungsstörungen leiden, die Zahl der verhaltensauffälligen Kinder steigt, dass zu wenig gelesen wird, dass zu viel Zeit vor dem Fernseher verbracht wird, dass Drogenprobleme zunehmen, die Gewaltbereitschaft steigt, die Kinder falsch ernährt werden, …
Das sind aber alles Schulkinder …
Zeugniskonferenzen sind lang und von vielen Wartezeiten unterbrochen. Die von gestern hatte noch einen Sinn. Bei den Halbjahres - Zeugniskonferenzen werden die Noten von Schülerinnen und Schüler mit mangelhaften vorgelesen und beraten, wie man helfen könnte. Bei der Versetzungskonferenz ist in Hessen der Entscheidungsspielraum sehr, sehr gering, da alle denkbaren Fälle aufgelistet und ihre Folgen für die Schülerin bzw. den Schüler festgelegt sind – die Lehrerinnen und Lehrer haben (bis auf ganze wenige Fälle) dekorative Funktion.